Institution:
Technische Universität Berlin
Abteilung:
Institut für Philosophie, Wissenschaftstheorie, Wissenschafts- und Technikgeschichte
Dossiers von Patrick Grüneberg, MA
Dopingdefinitionen - Normativität und biochemische Analyse
Die Feststellung eines Dopingvergehens beruht auf biochemischen Analysen, auf die auch Richter angewiesen sind, wenn eine Dopingsperre wie im Fall Pechstein in Frage gestellt. Die biochemische Analyse von Körperflüssigkeitsproben liefert aber ihrerseits nicht automatisch die notwendige Eindeutigkeit, die für eine Sperre gebraucht wird. Vielmehr liegen solchen Analysen bereits inhärente Normsetzungsprozesse zugrunde, die allerdings nicht immer explizit in der Verwendung dopinganalytischer Ergebnisse berücksichtigt werden.
Hearing I Thesen
Hier findet sich eine Auswahl der Thesen einiger Referenten des Hearing I Recht und Moral zur rechtlichen Situation im Doping.
Dopingdefitionen - die Listenpolitik der WADA
Im Rahmen der Anti-Doping-Maßnahmen der WADA bildet insbesondere die Liste der verbotenen Substanzen und Methoden die konkrete Benennung dessen, was unter Doping zu verstehen ist. Im Folgenden wird unter dem Stichwort der Listenpolitk eine naturwissenschaftliche Definition des Dopings gegeben.
Die Causa Pechstein - ein Statement
Der Fall Pechstein hat in den letzten Monaten für große Aufregung gesorgt. Er bildet ein prädestiniertes Beispiel für die Übersetzungsarbeit des Projekts.
Definitionen des Dopings
Dieses Dossier enthält alle relevanten Materialien des Projekts zur Frage nach der Definition von Doping.
Aus drei Gründen ist das Problem einer Dopingdefinition besonders interessant:
0. In denjenigen Fällen, in denen Sportler eines Doping-Vergehens bezichtigt werden, muss festgestellt werden können, ob ein Dopingvergehen vorliegt. Das geht nur, wenn man eine Definition des Dopingvergehens hat, wenn also von vornherein klar ist, welche Praktiken mit Strafe belegt sind.
Es wichtig zu erfahren, ob Doping von anderen Formen der Leistungsteigerung abgegrenzt werden kann, etwa vom sog. Enhancement. (Als Neuro-Enhancement bezeichnet man beispielsweise die Einnahme von pharmazeutischen Mitteln zur Steigerung des Gedächtnisses, der Konzentration oder der Wachheit.
Es ist auch wichtig, ob und inwieweit sich Doping vom Medikamenten- oder Drogenmissbrauch abgrenzen lässt.
Die Materialien in diesem Dossier versuchen differenzierte Antworten zu finden.
Dopingdefinitionen in naturwissenschaftlicher Hinsicht
Naturwissenschaftliche Disziplinen, insbesondere die Medizin, Pharmakologie und Biochemie, spielen in der Dopingthematik eine zentrale Rolle.
Dopingdefinitionen - das Kontrollwesen
Die WADA hat ein ausführliches Überwachungs- und Kontrollwesen entwickelt. Dieser Text gibt eine Übersicht über verschiedene Nachweisverfahren und die Arbeit der Dopinglabore.
Dopingdefinitionen - Therapie oder Leistungssteigerung?
Aus Sicht der Medizin bzw. Pharmazie/Pharmakologie handelt es sich beim Doping um einen nicht vorgesehenen Gebrauch medizinischer Präparate bzw. Methoden. Diesen Transfer vom Kontext der Therapie in den der Leistungssteigerung und die daraus resultierenden Konflikte insbesondere für Sportmediziner gilt es näher zu untersuchen.
Einführung und Bericht zum Hearing I
Das Ziel des Verbundprojekts »Translating Doping - Doping übersetzen« besteht darin , die vielfältigen Zusammenhänge, in denen das Doping eingebettet ist, durch Transformationsprozesse zu erschließen, rekursive methodische Konzepte zu entwickeln, Transparenz zu schaffen und Orientierungsmöglichkeiten zu eröffnen in einem hochkomplexen und spannenden Problemfeld, um schließlich die Ergebnisse in didaktische und präventive Konzepte einzuspeisen.
Neuro-Enhancement
Angesichts des bemerkenswerten technischen und medizinischen Fortschritts scheint Neuro-Enhancement, also die mittelinduzierte Verbesserung unserer geistigen Fähigkeiten, bald schon Wirklichkeit zu sein.
Hier stellen wir für Sie Einschätzungen von Fachleuten zu diesem Thema zusammen.
Workshop: Zukünftige Entwicklungen
Die Dopingproblematik wird wesentlich geprägt durch pharmazeutische und biochemische Entwicklung und Forschung. Einerseits werden Präparate zur Behandlung von Patienten in den Kontext der Leistungssteigerung transferiert, andererseits sind als Reaktion darauf biochemische Analyseverfahren gefragt, um entsprechende Anwendungen zur Leistungssteigerung nachweisen zu können. Fraglich ist dabei z.B., ob und inwieweit der Transfer von der therapeutischen zur leistungssteigernden Anwendung möglich und medizinisch abzusichern ist oder ob die Übergänge fließend sind.
Tagung: Biologische Modelle
Nachdem wir die erste Phase des Projekts für die Aufarbeitung zentraler Modelle und Argumentationen zum Doping verwandt haben, heißt es nun den Blick zu erweitern und zu vertiefen. Wir suchen Beiträge die eine Verbindung herstellen von wissenschaftstheoretischen, anthropologischen und ethischen Problemen, die im Hintergrund der Doping-Debatte liegen.